- Gedenkseite von
- Peter Sassmannshausen
- Eingetragen
- 10. September 2006
- Tierart oder Rasse
- Multi-Mix
- Lebenszeitraum
- Anfang 1990 - 24.02.2006
Lucky kam im Alter von 16 Jahren im Dezember 2005 zu uns in unser Altersheim. Wie er kam und warum, ist eine andere Geschichte. Er war jahrelang nicht ins Freie gekommen, war nicht stubenrein, konnte nicht laufen, hatte kaputte Nieren, schlechte Zähne, kannte keine anderen Hunde.
Er wurde von unseren Oldies liebevoll aufgenommen, lernte laufen, bekam einen wunderbar federnden trabenden Gang, lernte die Welt und die Mitgeschöpfe draußen kennen, lernte seine Hundekumpels und seine Mitmenschen lieben, und wurde stubenrein.
Es war zu ahnen, dass sein Glück auf dieser Welt nicht von langer Dauer sein würde. Zu tief die Spuren, zu massiv die Verwüstungen, von schlimmen Menschen in seinem früheren Leben in ihm hinterlassen, bei ihm angerichtet.
In der Nacht von Samstag auf Sonntag, dem 19. Februar 2006 erschütterten ihn mehrere Krampfanfälle. Einer davon in seiner maßlosen Brutalität ein Vorbote der Ausweglosigkeit.
Er erholte sich recht schnell, wiewohl die am Sonntagmorgen in die Wege geleiteten Diagnosen keinen Raum für Hoffnung ließen. Mittwoch und Donnerstag verliefen in scheinbar beschwerdefreier, fast ausgelassener Normalität.
Donnerstagnacht dann die nächste, finale Krise. Die Nieren versagten vollends ihren Dienst, das Blut zu sauerstoffarm, um Organe und Gehirn noch genügend zu versorgen. Infusionen spülten die Nieren nur kurzzeitig, der arme Lucky war zeitweise neben sich, sein Klagen wie kleine Schreie.
Zusammen mit dem ganzen Altersheim ging ich, Lucky in einer warm gepolsterten Hundetragetasche mitgenommen, einen Gang auf einem der Lieblingspfade durch das Revier. Lucky war ganz leise, ganz ruhig, ganz klein. Er nahm die noch so neue Welt draußen ein letztes Mal in sich auf, die Augen waren wach, sehend. Es war gut, ihn auf diesem Gang mitgenommen zu haben.
Wieder zuhause, schlief er ruhig ein, um nicht mehr aufzuwachen. Gegen 21:00 Uhr wurden die dünnen Atemzüge ganz langsam, ein letztes Ausatmen mit etwas Resignation und viel Endgültigkeit. Das kleine Herz schlug noch zweimal, und schwieg dann still. Kein Kampf, kein Krampf, das kleine Bündel in meinem Arm hatte nicht nur seinen Frieden, es zeigte mir auch diesen Frieden.
Jeder Abschied ist ein kleiner Tod.
Lucky ist auf dem Weg zu diesem in der Geschichte der Regenbogenbrücke beschriebenen Land mit den Wiesen, Hügeln und dem saftigen grünen Gras, wo es so schön warm ist.
Diese Wärme muß er nun allein finden. Hier in unserer Welt hat er in der kurzen Zeit seines Kennenlernens der freien Natur nur die Jahreszeit der Kälte kennengelernt.
Ich hätte ihm so gerne den warmen, blühenden Frühling gezeigt !!
Wir sehen uns irgendwann und irgendwo wieder, Du und alle anderen treuen Seelen, die viel zu schnell gehen mussten.
Und dann ist richtig was los…. Auf der Regenbogenbrücke.
Ein letzter Gruß von Peter.